Montag, 24. Oktober 2011

Nachtrag Lektion 5

Seite 15: Die Zeilen (1), (2) und (1+2) sind ungenügend erklärt. Lediglich Zeile (1) ist für uns relevant und beschreibt das "net measure" (siehe auch Seite 8). Weiteren Informationen finden sich hier.

In der Lektion kam die Frage auf, ob schwarze Autoverkäufer von der mutwilligen Diskriminierung ihrer weissen Kollegen profitieren können, indem sie schwarzen Käufern ebenfalls tiefere Nachlässe gewähren als weissen Käufern. Nicht aufgrund mutwilliger Präferenzen, sondern aus profitmaximierendem Verhalten.

Das kommt auf die Wettbewerbssituation an. Erinnern Sie sich an Beckers Modell: Wenn es eine Firma gibt, die keine Diskriminierungspräferenzen hegt, so kann sie - je nach Produktionstechnologie - die anderen Firmen teilweise oder sogar ganz verdrängen. Wenn die schwarzen Verkäufer untereinander im Wettbewerb stehen, so können sie sich gegenseitig Käufer abjagen, indem sie ihnen bessere Konditionen bieten und dadurch die tieferen Nachlässe verschwinden.

Sollte also perfekter Wettbewerb herrschen, so ist ein Ausnutzen der mutwilligen Diskriminierung der weissen Verkäufer nicht möglich. Sollten aber Friktionen im Markt herrschen, so ist es gut möglich, dass ein gewisser Vorteil entsteht. In der Tat wird auf Seite 27 mit solchen Friktionen argumentiert. Andererseits müsste dann konsequenterweise folgen, dass schwarze Käufer nur zu schwarzen Verkäufern gehen, was wir empirisch nicht beobachten.

1 Kommentar:

  1. Fragen:

    1. Erstens, wieso wäre der associated animus von Vorteil für Schwarze? Und wieso hätte der Verkäufer tiefere kosten mit denen zu verhandeln? Ist es auf etwas basiert, oder ist es einfach eine Annahme?
    2. Was genau verstehen Sie unter Reservation Price? Ich bin mir nicht sicher dass ich dieses Wort richtig verstehe.
    3. Auf Folie 26 sagen sie, die Verkäufer behandeln weiß und Schwarze Käufer gleich. Wurde das Gegenteil nicht auf den Folien davor bewiesen?

    Antwort:

    1) Associated Animus hat für den Verkäufer zur Folge, dass die pure Anwesenheit des Käufers ihm unangenehm ist und er deshalb die Transaktion so schnell wie möglich über die Bühne bringen will. Dieser Zeitdruck ist für den Käufer von Vorteil, denn ihm ist es nicht unangenehm. Ein anderes Beispiel: Sie verhandlen auf dem Flohmarkt über einen Preis. Es ist kalt, aber das macht Ihnen nicht viel aus. Dem Verkäufer aber schon - er möchte bald nach Hause. Dann ist diese Situation für Sie von Vorteil, und Sie können besser verhandeln.

    2) http://de.wikipedia.org/wiki/Reservationspreis

    3) Auf Folie 26 steht, dass es für weisse und schwarze Käufer keinen Unterschied macht, ob sie von einem schwarzen oder weissen Verkäufer bedient werden. Schwarze müssen trotzdem höhere Preise zahlen. Diese Erkenntnis schliesst Hypothese 2 aus.

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